Tesla Model 3 günstiger als der deutsche Durchschnitt

Die Elektromobilität erfordert ein Umdenken in so manchen Bereichen. Das Fahrzeug wird primär nicht mehr unterwegs an Tankstellen, sondern bequem zu Hause an der Steckdose oder Wallbox geladen.

Auch beim Vergleich der Anschaffungspreise muss deutlich umgedacht werden. Denn eine Elektroauto ist im Unterhalt deutlich günstiger, als ein vergleichbares Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, aber derzeit noch abschreckend hoch in der Anschaffung. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass das Tesla Model 3 – trotz eines immer nocht recht hohen Anschaffungspreises von 35.000€ aufwärts – über 10 Jahre sogar günstiger ist, als der deutsche Durchschnitt.

Wir haben bei den Kosten die KFZ-Steuer, die Wartungskosten, die Treibstoffkosten, die Kosten für Versicherung und den Wertverlust berücksichtigt.

1. KFZ Steuer

Die KFZ Steuer ist ein einfach zu berücksichtigender Kostenfaktor, denn für ein Elektroauto fallen derzeit für 10 Jahre keine Kfz-Steuer an. 0€ Ausgaben über 10 Jahre.

Die durchschnittliche KFZ Steuer für ein PKW mit Verbrennungsmotor in Deutschland beträgt hingegen 194€ jährlich https://kfzversicherungen.org/kfz-steuer/
Also nach 10 Jahren: 194*10=1.940€

2. Wartungskosten

Ein Elektroauto hat wesentlich weniger Verschleißteile, als ein Auto mit Verbrennungsmotor. Kein Auspuff, kein Katalysator, keine Kupplung, kein Öl oder Ölfilter. Dank Rekuperation gibt es fast keinen Verschleiß an den Bremsen. So dass diese nur in einer Notbremsung zum Einsatz kommen und extrem lange halten. Auch Kein Keilriemen, kein Zahnriemen, keine Kolben, keine Zündkerzen… All jene Teile die bei einem Auto mit Verbrennungsmotor regelmäßig und absehbar zu hohen Wartungskosten führen fehlen beim Elektroauto.

Die Durchschnittlichen Wartungskosten für einen  Mittelklasse Wagen liegen bei 54€ pro Monat, also 648€ jährlich. Und über 10 Jahre: 648*10 = 6.480€
https://www.verti.de/blog/auto-kosten.jsp

Laut einer Studie des Nürtinger Institut für Automobilwirtschaft (IfA) sind die Wartungskosten bei Elektroautos im Schnitt um 35% günstiger. Unserer Erfahrung nach fällt die Ersparnis sogar noch deutlich höher aus. Wir fahren mit unserem Tesla derzeit bereits 3 Jahre kostenfrei hinsichtlich der Wartungskosten. Aber nehmen wir mal die 35% Ersparnis an.
Also 648*0,65 = 421€ jährliche Kosten für den Tesla. Über 10 Jahre: 421*10 = 4.210€

3. Treibstoff

Strom ist als Treibstoff deutlich günstiger im Vergleich zu Diesel oder Benzin. Bei einem realistischen Jahresmittel Durchschnittsverbrauch von 17kW/h auf 100 Kilometern beim Model 3. https://www.spritmonitor.de/de/uebersicht/198-Tesla_Motors/1582-Model_3.html

Und einem Durchschnittsstrompreis von 29,47 Cent in Deutschland im Jahre 2019. 
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Strompreis#H%C3%B6he_des_Strompreises_f%C3%BCr_private_Haushalte

Und bei einer Durchschnittlichen jährlichen Fahrleistung von 13.656km 
https://www.mein-autolexikon.de/magazin/tipps-und-tricks-fuer-autofahrer/durchschnittliche-fahrleistung-pkw-deutschland.html

Sind das Gesamtkosten i.H.v 13.656÷100×17×0,2947 = 684€  für die Sprit bzw. Stromkosten des Model 3 in einem Jahr.

Über 10 Jahre also: 684*10=6.840€

Angenommen man kann dem Strom mit einer PV selber für ca. 10 Cent produzieren, dann sind es sogar nur 13.656÷100×17×0,1 = 232€ 

Über 10 Jahre also: 232*10=2.320€

Die Kombination aus Photovoltaik und Elektroauto lohnt sich auf jeden Fall. Wobei anzumerken sei, dass es vermutlich nahezu unmöglich ist sein Elektroauto zu 100% mit der eigenen PV zu laden. Aber ein gewisser Prozentsatz vielleicht 20-30% ist durchaus realistisch. Falls jemand dazu Erfahrungen hat freuen wir uns, wenn er diese mit uns teilt.

Im Vergleich dazu die Spritkosten eines Verbrenner (Benzin)

Bei einem Durchschnittsspritverbrauch von 7,8l/100km (Achtung basierend auf Herstellerangabe, tatsächlicher Wert vermutlich höher!) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/484054/umfrage/durchschnittsverbrauch-pkw-in-privaten-haushalten-in-deutschland

Und einem Durchschnittsspritpreis von 1,428€ pro Liter Benzin. https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/deutschland/kraftstoffpreisentwicklung/

fallen für den Benziner folgende Treibstoffkosten im Jahr an: 13.656÷100×7,8×1,428 = 1.521€ Über 10 Jahre also: 1.521*10=15.210€ Spritkosten.

Eine Preissteigerung haben wir nicht berücksichtigt. Sie würde Strom, wie Sprit vermutlich beider massen betreffen. Die eigene PV würde von einer Preissteigerung jedoch unberührt bleiben und einen weiteren Pluspunkt erhalten.

4. Wertverlust

Die Angabe eines Wertverlust ist sehr spekulativ und birgt eine große Spannweite. Der durchschnittliche Kaufpreis eines Neuwagens lag 2015 bei 28.153€ 

https://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/heute-28-153-euro-im-schnitt-preis-wahnsinn-so-explodierten-die-kosten-fuer-einen-neuwagen-seit-1980_id_4887167.html

nach 10 Jahren ist beim Verbrenner mit einem Wertverlust von 80%, also einem Restwert von 20% zu rechnen. https://oe3.orf.at/stories/2709809/

28.153€*0,8=22.522€ Wertverlust beim Verbrenner.

Die Fahrzeuge von Tesla werden durch Softwareupdates auf dem neusten Stand gehalten und erhalten mit der Zeit sogar neue Funktionen und Leistungsverbesserungen. Erst kürzlich wurde die Motorleistung des Tesla Model 3 durch ein Software Update so verbessert, dass es den Sprint von 0 auf 100 km/h statt ehemals in 5,6 Sekunden, nun in 4,9 Sekunden schafft. Das reduziert den Wertverlust natürlich deutlich.

Der Akku wird häufig als Schwachstelle genannt. Doch bei Tesla erhält man 8 Jahre Garantie auf den Akku und die Degradation fällt über 10 Jahre nur sehr gering aus. Und der Akku ließe sich in 10 Jahren gegen einen neuen Akku mit evtl. neuer Technologie austauschen. Da es das Model 3 noch keine 10 Jahre gibt, sind auch keine handfesten Zahlen vorhanden, an Hand derer wir den Wertverlust beziffern könnten.

Laut Schwacke ist der Wertverlust bei Elektroautos jedoch geringer, als beim Durchschnitt. https://ecomento.de/2018/06/15/wertmeister-2018-elektroautos-haben-geringeren-wertverlust-als-verbrenner/

Wir nehmen mal recht konservativ einen leicht geringeren Wertverlust von 75% beim Tesla an. Mit den oben genannten Gründen, könnten aber auch geringere Wertverluste möglich sein,

35.000€*0,75=26.250€ geschätzter Wertverlust beim Tesla Model 3 nach 10 Jahren.

5. Versicherung

Die Durchschnittliche jährliche Versicherungsprämie lag im Jahr 2019 bei 259€.

https://www.gdv.de/de/zahlen-und-fakten/versicherungsbereiche/ueberblick-4660#Jahrespraemie

Durch die zahlreichen und weit fortgeschritten Fahrerassistenz-Systeme von Tesla namens „Autopilot“ sind Tesla Fahrzeuge statistisch gesehen seltener in Unfälle verwickelt. Versicherungen beginnen nun dies zu honorieren und Fahrzeuge mit diesen Funktionen zu günstigeren Prämien zu versichern. Zudem hat Tesla begonnen seinen eigenen Versicherung Service anzubieten. Dieser soll nach eigenen Angaben bis zu 35% günstiger sein. Nehmen wir mal an, dass ein Tesla, im Vergleich zu einem ähnlichen Fahrzeug daher um 20% günstiger versichert werden kann.

Das wären 259€ × 20% = 207€ Jahresprämie an Versicherung. Und über 10 Jahre 10*207€ = 2.070€ Versicherungsprämie für den Tesla.

Im Vergleich 259€*10 = 2.590€ für den Verbrenner über 10 Jahre.

Kosten über 10 Jahre im Vergleich

PostenDurchschnittTesla Model 3Differenz
Anschaffung28.153€ 35.000€+6.847
KFZ Steuer1.940€0€-1.940€
Wartung6.480€4.210€-2.270€
Sprit15.210€6.840€ -8.370€
Wertverlust22.522€26.250€+3.728€
Versicherung2.590€2.070€-520€
Summe76.895€74.370€-2.525€

Die Größte Ersparnis zeigt sich bei den Spritkosten. Unglaublich wie viel Geld der deutsche Durchschnittsautofahrer über 10 Jahre an Benzin ausgibt.

Es bleibt anzumerken, dass das Basis Model des Tesla Model 3 für 35.000€ nur telefonisch bestellbar ist und das viele Menschen vermutlich doch noch etwas mehr zahlen, um etwas mehr Reichweite und ein paar komfortable Extras zu erhalten. Auch wenn die Kosten über 10 Jahre dann etwas über dem deutschen Durchschnitt liegen würden, darf man nicht vergessen, was man alles dafür bekommt. 100% elektrisch, sicherstes Serienfahrzeug seiner Klasse, zahlreiche Auszeichnungen, Umweltfreundlich ohne lokale Emissionen und sehr viel Fahrspaß.

Am bestem gleich mal selber nachrechnen, ob sich der Umstieg lohnt.

Wenn ihr Anmerkungen zu den Rechnungen und Annahmen habt oder ihr über aktuellere Zahlen und bessere Quellen verfügt, teilt uns das doch bitte mit. Danke.